Die Geschichte des Fraureuther Porzellans

Abriss zur Entwicklung der Fabrik

1839 Georg Bruno Foedisch wird am 09.07.1839 in Crimmitschau geboren
1865 Bruno Foedisch und sein Vetter Arved von Römer gründen die Porzellanfabrik Fraureuth
1867 Die Geschirrproduktion beginnt mit 60 Arbeitern und zwei Öfen
1879 Erster Preis auf der Weltausstellung in Sidney (Australien) für Porzellane in Kobaltblau und Gold
1885 Fraureuth beschäftigt 600 Arbeiter und Angestellte
1889  „Verband der deutschen Porzellanmaler“ legt seinen Sitz nach Fraureuth
1890 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 1,7 Millionen Reichsmark
1918 Einrichtung einer Kunst- und Luxusporzellanabteilung. Um die Nachfrage befriedigen zu können, werden in Dresden und Lichte Filialwerkstätten   eingerichtet. Die AG kauft die 1764 gegründete Wallendorfer Porzellanmanufaktur (war seit dem 1. Weltkrieg still gelegt). Die Fraureuth AG zählt über 1.200 Beschäftigte.
1923 Die neue „Arbeiterhauskolonie“ (heutige Karl-Liebknecht-Straße) wird fertiggestellt. Im Frühjahr wird die neue Geschirrfabrik, u.a. mit einem dreistöckigen Malereigebäude, in Betrieb genommen, sowie drei neue 76m lange Tunnelöfen (damals die modernste Anlage Deutschlands) eingeweiht.
1926 Verschiedene Umstände, wie hohe Verluste (die Tunnelöfen liefern fast nur Ausschuss), schwere Zerwürfnisse innerhalb der Konzernleitung und Steuerschulden führen zum Ruin. Im Januar 1926 meldet die Firma Konkurs.
Georg Bruno Foedisch , Gründer Porzellanfabrik

Georg Bruno Foedisch geb. 03.07.1835 – gest. 06.04.1885

Anna Melitta Foedisch, Gründerin Porzellanfabrik

Anna Melitta Foedisch, geb. Thomas geb. 09.12.1847 – gest. 19.02.1941

 

Beeindruckende Zahlen

Um 1900:

  • Menge der verarbeiteten Roh- und Hilfsstoffe (pro Jahr) – 100 Eisenbahnwaggons
  • Fertigware (pro Jahr) – 20 Eisenbahnwaggons
  • Jährlich zahlt die AG 180.000 Reichsmark Transportgebühren an den Werdauer Bahnhof
  • Die Fraureuther Porzellan AG ist eine der größten deutschen Porzellanhersteller auf einer Fläche von 7,3 ha, mit 29 Gebäuden, 20 Brennöfen mit je 60m³ Ofenraum und 18 Muffelöfen. Es gab 200 verschiedene Tassennummern und mehr als 8.000 Dekorvorlagen.

Die Versteigerung der Porzellanfabrik Fraureuth

1926 Erste Taxierung nach dem Konkurs: 3.358.000 Reichsmark für das 73.328 m² große Besitztum.
1928 Die Gebäude sind schon sichtlich dem Verfall preisgegeben. Der neue Taxwert beträgt nur noch 1.280.919 Reichsmark.
1930 Auf Betreiben des Finanzamtes Greiz wird ein Termin zur Zwangsversteigerung angesetzt, jedoch später wieder aufgehoben.
1931 Am 30. März, zum bereits dritten Zwangsversteigerungstermin, liegt der neue Taxwert bei 269.430 Reichsmark. Das ist der Preis für Abbruch und Verschrottung der gesamten Fabrikanlage, einschließlich der Wohnhäuserkolonie und des Einzelhauses in der Fürstenstraße (heutiges Gemeindeamt). Die Gemeinde Fraureuth erhält am 22.06.1931 den Zuschlag und wird Eigentümer.